Knorpel
Innovative Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden
„Die Kniegelenksarthrose ist keine Alterserscheinung, sondern eine Fehlbehandlung von Knorpelschäden“
Unbehandelt führen Knorpelschäden immer zur Arthrose des Gelenkes.
Zwei dieser fortschrittlichen Behandlungsmethoden sind die Matrix-assoziierte Bone Marrow Stimulation (mBMS) und die Autologe Chondrozytentransplantation (ACT).
Matrix-assoziierte Bone Marrow Stimulation (mBMS)
Verfahren
Die Matrix-assoziierte Bone Marrow Stimulation (mBMS) ist eine Weiterentwicklung der klassischen Mikrofrakturierung. Dieses Verfahren zielt darauf ab, die Regeneration von Knorpelgewebe durch die Aktivierung von körpereigenen Stammzellen zu fördern.
- Präparation des DefektsDer geschädigte Knorpel wird sorgfältig entfernt, um einen sauberen Defektrand zu schaffen.
- Anwendung der MatrixEine bioresorbierbare Matrix wird auf den Defekt aufgebracht. Diese Matrix dient als Gerüst, das die Stammzellen unterstützt und ihre Differenzierung in knorpelähnliches Gewebe fördert.
- Erhöhung der HeilungsrateEin kleines Loch im Knochen - typischerweise in der Nähe des Kreuzbandes - führt zum Eintreten von Stammzellen in das Gelenk und erhöht die Heilungsrate. Alternativ können während derselben Operation Stammzellen aus dem Beckenkamm gewonnen werden, die anschließend in die Matrix aufgetragen werden.
Vorteile
- nur eine Operation ist notwendig.
- Förderung der Knorpelregeneration: Die Matrix unterstützt die Stammzellen bei der Bildung von funktionsfähigem Knorpelgewebe.
- Minimale Invasivität: Der Eingriff ist weniger invasiv als andere chirurgische Verfahren und kann oft arthroskopisch durchgeführt werden.
- Schnelle Rehabilitation: Patient/innen profitieren von einer vergleichsweise kurzen Erholungszeit und können schneller zur normalen Aktivität zurückkehren.
Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT)
Verfahren
1. Entnahme und Kultivierung
In einem ersten Eingriff werden Knorpelzellen aus einem nicht belasteten Bereich des Gelenks entnommen. Diese Zellen werden im Labor vermehrt, um eine ausreichende Menge für die Transplantation zu erhalten.
2. Transplantation
Vorteile
- Hohe Erfolgsrate: ACT ist besonders geeignet für größere und komplexere Knorpelschäden und zeigt langfristig gute Ergebnisse.
- Personalisierte Therapie: Da die eigenen Zellen des/der Patient/in verwendet werden, ist die Verträglichkeit hervorragend.
- Nachhaltige Knorpelregeneration: Die transplantierten Chondrozyten haben die Fähigkeit, hyalinen Knorpel zu bilden, der den natürlichen Gelenkknorpel in seiner Struktur und Funktion am nächsten kommt.
Nachbehandlung
Der stationäre Krankenhausaufenthalt liegt bei einem Tag. Die Nachbehandlung ist von der jeweiligen Therapie abhängig. Meistens können die Patient/innen bereits am Tag der Operation das Bein wieder voll belasten. Bei einer regenerativen Knorpelbehandlung muss das Bein hingegen ca. 6 Wochen entlastet werden. Für einen Zeitraum von mindestens 10 Tagen ist es notwendig dass eine Thromboseprophylaxe – sprich eine Prophylaxe vor Blutgerinnsel in den Beinvenen – erfolgt. Falls eine Teilbelastung nach der Operation angeordnet ist, erfolgt die Prophylaxe bis zum vollständigen Belastungsaufbau.
Fazit
Beide Verfahren, die Matrix-assoziierte Bone Marrow Stimulation (mBMS) und die Autologe Chondrozytentransplantation (ACT), bieten innovative und wirksame Lösungen zur Behandlung von Knorpelschäden. Die Wahl des geeigneten Verfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe und Lokalisation des Knorpeldefekts sowie die individuellen Bedürfnisse des Patienten.



